Die Ziellinie ist nun nur noch einen Schritt entfernt. Die Berlin Dreams haben das erste Endspiel der Regionalliga gegen die Bargteheide Bees mit 91:89 gewonnen und sind dem Aufstieg in die ProB so nah wie noch nie. Am Freitag (Tipoff um 19 Uhr) reist die Mannschaft von Headcoach Michael Wende gen Norden, um den Traum endgültig zu verwirklichen. Sollte es nicht klappen, wird das entscheidende Spiel in der Sömmeringhalle am kommenden Sonntag (16 Uhr) ausgetragen.
Das wird ein hartes Spiel. Bargteheide ist ein starkes und hat das heute wieder bewiesen. Hinzu kommt, dass die kleine, volle Halle auf jeden Fall ein Faktor sein wird. Taktisch gesehen werden wir wahrscheinlich ein ähnliches Spiel wie heute erleben. Ich glaube nicht, dass sie bis Freitag großartige Anpassungen vornehmen werden, sagt der Headcoach.
„Ein ähnliches Spiel wie heute” bedeutet vor allem eines: extrem spannend. Die Bienen spielen in der ersten Halbzeit auf höchstem Niveau – angetrieben von den beiden Guards Toru Dean Jr. (33 Punkte und 11 Assists in 40 Minuten auf dem Feld) und Abdulai Abaker (22 Punkte). Insgesamt erzielen sie 37 der 55 Punkte vor der langen Pause und scheinen zeitweise unaufhaltbar. Die Gäste nutzen die gute Laune der beiden Backcourt-Spieler für den Blitzstart (2:15) und stellen dann auch die höchste Führung mit 16 Punkten (44:60) nach 22 Minuten auf.
Doch ihnen steht eine besondere Mannschaft gegenüber. Eine Mannschaft, die auf dem Feld noch keine einzige Partie verloren hat. „Und eine Mannschaft, bei der jeder Spieler die entscheidenden Plays auf beiden Seiten des Feldes machen kann”, ergänzt Headcoach Wende. Diesmal waren es die Veteranen – allen voran Leon Friederici und Paul Giese, die im Laufe der Saison dazugestoßen sind –, die den Unterschied ausmachten. Maßgeblich entscheidend waren auch die Dreier von Kimoni N’Sonde, um das Momentum auf die Seite der Berliner zu bringen.
In der zweiten Halbzeit gelang es Leon, Dean Jr. die Wurflust zu nehmen (1/6 Field Goals nach 8/15 in der ersten Hälfte) und sich offensiv selbst zu einem Rätsel für die gegnerische Verteidigung zu machen (14 Punkte in 15 Minuten) – mit Dreiern und seinem stilistisch perfekten Sprungwurf.
Paul Giese kümmerte sich um den zweiten Anführer und übernahm die Verantwortung beim entscheidenden Spielzug. Das DBV-Eigengewächs schafft Platz für ein Eins-gegen-Eins gegen Toru Dean, lässt ihn links liegen und legt den Ball sanft in den Korb – 98:96. Dadurch erreicht die irrwitzige Aufholjagd ihren Höhepunkt.
Denn nach dem Fehlstart laufen die Berlin Dreams dem Gegner ständig hinterher – mit einer kurzen Ausnahme beim Stand von 31:29 (10.) durch Max Riedel. Dean Jr. und Abaker haben allerdings einen Sahnetag erwischt und führen die Gäste zur zweistelligen Führung zur Pause (42:55), die dann noch auf 16 Punkte ausgebaut wird. Hier schütteln die Berlin Dreams ihr Ass aus dem Ärmel. Die Bank ändert die Paarungen in der Defensive und nach und nach bringen alle Spieler etwas Nützliches, in Form von Dreiern, Freiwürfen oder Rebounds, bei (Marley Jean-Louis top mit 13).
Unser Team kann langsam sein temporeiches Spiel entfalten, und die Wurfquote verbessert sich schlagartig. Vier Punkte von Leon und ein Dreier von Kimoni leiten die Aufholjagd ein (64:69), bevor das Dreierspektakel so richtig zündet: Leon, ein Buzzer-Beater von Marley und erneut Kimoni drehen das Spiel endgültig (76:74) zu Beginn des letzten Viertels. Die Berlin Dreams sind wieder das Caterpillar der Regular Season und die Hamburger haben kaum eine Chance, sich dagegen zu wehren. Paul markiert die zweistellige Führung (84:74/33.), ehe das Spiel die nächste Wende erlebt. Bargteheide findet mit Simonas Paukste einen neuen Punktelieferanten, der mit seinen Dreiern den Abstand vor der letzten Spielminute auf das Minimum reduzierte (89:87).
Toru Dean gleicht den Rückstand von der Freiwurflinie mit 18″ auf der Spieluhr aus, dann richtet sich die Aufmerksamkeit auf Paul Giese und sein Eins-gegen-Eins. Die Halle verstummt, um dann 14 Sekunden später lautstark zu jubeln. Auszeit, dann sind noch drei Sekunden zu spielen. Toru Dean bekommt den Ball und wirft ihn Richtung Korb. Ring. Noch einmal jubeln. Die Berlin Dreams sind ihrem Traum ein Stück näher gekommen.
| Ben Lenhardt | 2 |
| Elias Samuel Groß | 2 |
| Paul Giese | 15 |
| Max Riedel | 7 |
| Jona Lück | |
| Kimoni N’Sonde | 12 |
| Alex Dimitrijevic | 8 |
| Jamil Hyangho | |
| Leo Hollen | 6 |
| Philipp Daubner | 10 |
| Leon Friederici | 16 |
| Marley Jean-Louis | 13 |
